Fachkräftemangel in Deutschland

Erwerbspersonen-Potential sinkt quantitativ und qualitativ

Die deutsche Bevölkerung im Erwerbsalter wird in den nächsten Jahren ständig abnehmen und auch zunehmend altern, so dass das in der Ausbildung erworbene Wissen länger zurückliegt und neues Wissen schwerer in den Produktionsprozess einfließen kann. So sinkt das Erwerbspersonen-Potential von derzeit 42 Millionen bis zum Jahr 2050 auf nur noch 30 Millionen Arbeitskräfte. Gleichzeitig verringert sich die Anzahl der hoch qualifizierten Arbeitskräfte um 2 Millionen auf 8,9 Millionen. (Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln, 2004) Als hoch qualifiziert gelten dabei Arbeitskräfte mit einem Hochschulabschluss oder einem Meisterbrief. Somit ergibt sich nicht nur ein quantitativer, sondern gleichzeitig sogar ein qualitativer Fachkräftemangel.

Anforderungen an die Arbeitskräfte steigen

In einer durch Technologisierung, strukturellen Wandel und internationalen Handel geprägten Wirtschaft nehmen die Anforderungen an die Arbeitskräfte immer mehr zu. Einfache Tätigkeiten werden rationalisiert, Routinearbeiten werden durch Automatisierung ersetzt. Die vielfältigen Anforderungen, Wissen eigenständig zu erwerben, zu verarbeiten, zu dokumentieren, anzuwenden und schließlich auch weiterzugeben, werden immer mehr zunehmen. Die Wirtschaft wird immer stärker durch die Ressource Wissen geprägt sein, welches für den zukünftigen Produktionsprozess den Knappheitsfaktor darstellt. Ohne ausreichend ausgebildete Fachkräfte werden Regionen in ihrem Wachstum zurückbleiben und Innovationspotentiale nicht nutzen können.

Zusammenfassende Ursachen für einen zukünftigen Fachkräftemangel:

Qualifikationsspezifische Arbeitslosenquoten sehr unterschiedlich

Für Personen ohne Berufsabschluss lag die Arbeitslosenquote 2000 in den alten Bundesländern bei 19,4 % und in den neuen Bundesländern bei 50,3 %, währenddessen sie bei Facharbeitern in den alten Bundesländern bei 5,7 % und in den neuen Bundesländern bei 17,6 % lag. Bei den Akademikern verringerte sich die Arbeitslosenquote noch einmal deutlich, so dass sie sich in den alten Bundesländern auf 2,6 % und in den neuen Bundesländern auf 4,7 % belief. (vgl. IABKurzbericht 9/2003) Somit wird das Risiko arbeitslos zu werden, mit steigender Qualifikation immer geringer.

Nachfrage nach Hochqualifizierten bleibt hoch

Dieses Auseinanderklaffen der qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten ist vor allem durch einen erhöhten Arbeitskräftebedarf für Hochqualifizierte sowie Arbeitskräfte mit einem qualifizierenden Berufsabschluss und durch einen sinkenden Arbeitskräftebedarf für Geringqualifizierte in den letzten Jahrzehnten verursacht. Mit dem andauernden Strukturwandel und dem technologischen Fortschritt haben sich die Anforderungen an die Arbeitskräfte erhöht. Die Chancen für Geringqualifizierte werden auf dem Arbeitsmarkt immer geringer und dennoch stellt gerade diese Gruppe ein bisher ungenutztes Bildungsreservoir dar, um den zukünftigen Fachkräftebedarf auszugleichen.








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